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Von der Big Band Bosenbach ...

1983 fand sich eine kleine Gruppe von Musikern aus Bosenbach und Umgebung zusammen, um der "Dicke-Backe-Musik" den Kampf anzusagen. Mit Tönen von Glenn Miller und Duke Ellington im Gepäck sollte eine Big Band auf die Beine gestellt werden.

Statt dessen ging es aber doch mit dem Auflegen des ersten Satz Noten von der "Happy Polka" im James-Last-Stil los. Die ersten Proben mit den heute bei uns verstaubten Titel "Les Heures" oder "In der Straße wohnst Du", im Rohbau des Bürgerhauses Bosenbach, werden den "Big Bandern" der ersten Stunde in wacher Erinnerung bleiben.

Natürlich blieben die ungewohnten Klänge im Ort dem Musikverein Bosenbach nicht lange verborgen; nach kurzen Verhandlungen wurde man sich einig, die Big Band dem Musikverein anzugliedern.

Nach bereits vier Monaten folgte der erste richtige Auftritt bei der Einweihung der Bosenbacher Halle im Frühjahr 1984.

Die Zuhörer waren damals sichtlich von den neuen Tönen überrascht; aber am meisten waren wohl wir Musiker selbst erstaunt über die positive Resonanz. Dadurch in unserem Wirken bestätigt, studierten wir, die Big Band der Kreismusikschule Kusel als Vorbild vor Augen, ein erstes Programm ein. Manchen dieser Titel findet man auch heute noch in unserem Repertoire. Die meisten Leute waren damals darüber erstaunt, was wir "Jungfüchse" - damals waren wir alle zwischen 12 und 21 Jahren jung - auf die Beine gestellt hatten. Im ersten Jahr brachten wir es immerhin bereits auf elf Auftritte.

In den nächsten Jahren entwickelten wir uns musikalisch weiter; es folgten Auftritte erstmals auch jenseits der Grenzen des Kreises Kusel. Aufgrund des schulischen oder beruflichen Werdegangs der Musiker kam es in der Folge immer wieder zu personellen Veränderungen und Neubesetzungen. Dies führte natürlich auch zu Rückschlägen in unserer Arbeit. Nach eifrigem Suchen war es uns bis jetzt immer möglich, frei gewordene Stühle wieder zu besetzen. Unvergessen bleibt unsere Suchanzeige im Findling: "Willst Du blasen und auch lachen, dienstags kannst Du's bei uns machen. Big Band sucht ...".

Eine Enttäuschung mussten wir zu unserem 5-jährigen Bestehen erfahren. Unser anspruchsvolles Programm, unter anderem mit der Big Band der Stadt Kaiserslautern und der U.S.A.F.E. Big Band "The Ambassadors", hätte sicherlich ein größeres Publikum verdient gehabt.Wir ließen uns aber dadurch nicht entmutigen; nach dem Motto "Grad Selääds" ("jetzt erst recht") arbeiteten wir auch in der Folgezeit hart an unserem Programm, welches wir auf bis zu vier Stunden Spieldauer ausbauen konnten. Auch folgten weitere gute Auftritte u.a. im Rosengarten Zweibrücken und im nahen Frankreich in Bitche mit einer tollen Zuschauerresonanz.

Die Teilnahme am ersten Landeswettbewerb für Big Bands in Rheinland Pfalz in der Kammgarn in Kaiserslautern war nicht so erfolgreich, wie wir es uns erhofft hatten. Aber nichtsdestotrotz, Spaß gemacht hat es auf alle Fälle, sich mit weiteren 20 Bands zu messen.

Eine schwere Zeit schloss sich an, als Klaus aufgrund beruflicher Abwesenheit einige Monate nicht als musikalischer Leiter zur Verfügung stand. Kurt Naßhan überbrückte diese Durststrecke als Dirigent, wofür ihm alle dankbar waren.

In den nächsten Jahren wurde das Kind Big Band langsam erwachsen. So kam es wie es kommen musste, die Big Band nabelte sich vom Musikverein ab und stellte sich 1993 auf eigene Beine. Auf der Suche nach einem neuen Proberaum mussten wir damals - ohne finanziellen Rückhalt - nach Niederstaufenbach ausweichen, wo wir freundlich und mit sehr viel Verständnis aufgenommen wurden. Das Engagement aller Bandmitglieder hat sich nach dieser Veränderung beachtlich gesteigert. Die neuen Aufgaben in der Selbständigkeit wurden auf verschiedene Schultern der Musiker verteilt und so starteten wir durch in die nächsten Jahre.

Ein ganz großer Fortschritt war die Anschaffung einer ersten eigenen Verstärkeranlage. Dadurch waren nun auch größere Auftritte - insbesondere "Open-Air" - für uns spielbar, so z.B. auf dem Neunkircher Stadtfest oder beim Ohmbachseefest.

... zur Petermann's Swing Partie

1996 folgte ein weiterer großer Schritt in die Zukunft, zunächst - nach langer Suche - die Namensänderung von der "Big Band Bosenbach" zur "Petermann's Swing Partie" (als "Partien" oder Banden bezeichneten die Wandermusikanten aus der Westpfalz ihre damaligen Kapellen) und schließlich die offizielle Vereinsgründung.

Musikalisch ereignete sich 1997 ein weiterer Schritt nach vorn. Dr. Gary Sapp, Preisträger des Musikantenlandpreises 1998, leitete einen Workshop zum Thema "Swing und Jazz", wobei anhand von drei Kompositionen von Gary fachmännisch Intonation und Interpretation trainiert wurden. Weitere Highlights in der letzten Zeit waren unsere beiden ersten Kurkonzerte in Weiskirchen/Saar und Bad Bertrich, das wohl als "heißestes" Konzert der Petermann's Swing Partie in unsere Geschichte eingehen wird (40 Grad Celsius ohne Sonnenschutz).

Auch unser Konzert in der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz sowie die Teilnahme an der Weilerbacher Kulturwoche waren meiner Ansicht nach für Zuhörer sowie für die Musiker auf der Bühne ein "Schmankerl" für die Ohren.

Jeder Auftritt ein Fest; so sollte es sein, und so wird es auch bei fast allen Aktivitäten gehalten, denn die Chemie in der Truppe muss einfach stimmen. Unsere nachproblichen Stunden beim Eismann in Bosenbach oder in Gisbert's Paradies bei Apfelwein und Pfeife sorgen auch heute noch für manchen Gesprächsstoff

Auch unsere Grillfeste oder die "Weihnachtsfeier", die traditionell immer am 28.12. stattfindet, garantieren immer wieder vergnügliche Stunden. Zur "Super Gaudi" entwickelte sich in den letzten Jahren die alljährliche "Holderfahrt" mit Wein, Weib und Gesang, nachfragen lohnt sich.

Zum Abschluss des Streifzugs durch die letzten fünfzehn Jahre der Big Band Bosenbach bzw. der Petermann's Swing Partie sei noch gesagt, dass wir auch weiterhin unsere musikalische Botschaft swingend in die "Welt" tuten und blasen wollen.

Michael Bayer, Okt. 1998 zum 15-jährigen Bestehen der Big Band